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Elefanten

Foto: pixabay
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Elefanten

Wir haben es endlich gefunden! Es war eine sooo lange Suche, aber jetzt, glaube ich, dass es endlich das Richtige ist. Ein „Elefantencamp“ wo wir uns ruhigen Gewissens den grauen Riesen nähern können.

 

Aber fangen wir mal von vorne an.

 

Elefanten sind zurzeit die Lieblingstiere vom Krümel und ich mag diese beeindruckenden und gewaltigen Dickhäuter auch sehr gerne. Eigentlich wollte ich immer schon mal auf einem Elefanten reiten. Bisher habe ich es nie gemacht, weil mir die Bedingungen, wie sie gehalten wurden nicht gefielen und ich das nicht unterstützen wollte (angekettete Elefanten, die teilweise schon an Hospitalismus litten). Nun, seitdem ich mich vor einigen Wochen angefangen habe nach einem geeigneten Elefantencamp in Nordthailand zu suchen, ist mir schnell klar geworden, das Reiten generell nicht gut ist. Also nicht gut für die Tiere, die zwar stark aussehen mögen, es natürlich auch sind, deren Rücken aber nicht für dauerhafte Belastung gemacht sind. Und es, wenn täglich Hunderte von Touristen auf sie klettern und es sich mit oder auch ohne Sitz auf ihnen gemütlich machen um dann 20 Minuten durch den Dschungel oder schlimmer noch an der Straße vorbeigeführt werden, schädlich für ihre Muskulatur ist. Mal ganz davon abgesehen, dass es sicherlich nicht im Naturell eines solchen Tieres liegt diese Tätigkeit tagein und tagaus auszuführen. Dann haben sie sicherlich auch mal einen schlechten Tag, aber das interessiert nicht, denn das Geld muss ja fließen und das zahlen Touris nun mal nur für Gegenleistung.

 

Es gibt solche und solche Elefantencamps. Es gibt welche, denen geht es nur um Profit. Es werden regelrechte Elefantenshows aufgeführt, wo die armen Tiere Kunststücke vorführen sollen, dann ein Ritt auf ihnen auf dem Programm steht, hinterher geht es dann zum Schlammbad mit der Touristengruppe und schlussendlich heißt es Planschen und Spritzen im Wasser. Und dann werden die Menschenmassen wieder zurück zu ihren Unterkünften gekarrt. Es gibt auch Programme, die für einen ganzen oder mehrere Tage ausgelegt sind, da kriegt man dann „seinen“ Elefanten zugeteilt, für den man dann, mit dem jeweiligen Mahout (Elefantenführer) zuständig ist. Teilweise stecken gute Absichten hinter den Lagern für Elefanten.  Es sind oftmals Tiere, die aus Gefangenschaft befreit wurden, Tiere, die mit ihren Mahouts in Städten unterwegs waren um Geld zu verdienen, seitdem sie nicht mehr für die Arbeit im Dschungel gebraucht werden. Es soll den Elefanten hier besser gehen. Es wird damit geworben, dass sie nicht geschlagen werden und nicht angebunden sind. Das ist natürlich schon sehr viel wert und lobenswert. Trotzdem ist es mit Sicherheit nicht artgerecht, wenn jeden Tag Horden von Touristen die Elefanten anfassen, auf ihren reiten etc. Da muss sich aber jeder seine eigene Meinung zu bilden.

 

Uns hat das bei genauerer Betrachtung jedenfalls alles nicht gefallen.

 

Den Traum den großen Dickhäutern näher zu kommen, wollte ich aber nicht aufgeben (natürlich steht eine Südafrika Safari auch noch auf meiner Liste, aber da sind wir ja noch nicht) und habe weitergesucht.

 

Gestern bin ich dann durch Zufall auf die Website einer deutschen dreiköpfigen Familie gestoßen, die den Großteil des Jahres in Thailand verbringt (https://www.nestingnomads.de/)  Ohne Kindergarten oder Schule, immer auf der Suche nach dem richtigen Lebensweg, so lautet ihr Motto.

Jedenfalls halten sie sich überwiegend im Norden Thailands auf und weisen auf ein 2015 ins Leben gerufenes Projekt in den Bergen nahe der Stadt Pai hin. Conserve Natural Forest heißt es (http://conservenaturalforests.org/). Hier geht es hauptsächlich um Wiederaufforstung mit Bambuspflanzen. Es werden aber auch eine Handvoll Elefanten dort gehalten bzw. ist das der falsche Ausdruck. Sie leben frei im Dschungel, kommen aber regelmäßig zum Camp, weil sie wissen, dass sie dort immer zur gleichen Zeit mit Bananen gefüttert werden. Für die Fütterung kann man sich anmelden, muss allerdings auch damit rechnen, dass sie schon mal nicht kommen. Wenn man Glück hat, kann man sie danach noch dabei beobachten, wie sie ein Bad nehmen. Allerdings badet man nicht mit ihnen gemeinsam. Am Ende des mehrstündigen Besuchs darf dann jeder noch einen Bambus pflanzen. Als Eintritt zahlt man eine Spende, die zu 100% in das Projekt fließt.

Und das ist es, unserer Meinung nach. Wir werden den Elefanten nah sein, wie es hier nie in freier Wildbahn möglich wäre und doch respektieren wir ihre Bedürfnisse und ihren Freiraum.

 

Per Mail habe ich schon Kontakt zu dem Projektleiter aufgenommen.

 

 

 

 

 

 

 

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