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Einen Monat vor der Reise

Einen Monat vor der Reise

Heute morgen am Frühstückstisch sagte mein Mann zu mir, dass ich schon lange nichts mehr geschrieben hätte. Es wäre mal wieder an der Zeit. Recht hat er, habe ich mir gedacht, bloß über was soll ich schreiben? Was treiben wir eigentlich gerade so? Ist es der Rede wert?

Was machen wir 35 Tage vor dem Start der großen Reise?

Also, erst einmal sind wir gerade aus unserem 2-wöchigen Pre-Urlaub in Italien wiedergekommen. Und wurden - was eine Überraschung und Freude- auch hier in unserer Heimat mit viel Sonnenschein begrüßt.

Während einen in den Supermärkten schon Lebkuchen, Christstollen und Adventskalender anlachen, die Menschen in den Sportgeschäften Skischuhe anprobieren, sind wir gedanklich eher bei Strand und Meer. Der Winter wird dieses Jahr für uns ausfallen und wenn wir wieder kommen, ist es hier schon mehr oder weniger Frühling.

Stephan hat seit Oktober time-out, d.h. er hat schon frei. Ich werde bis eine Woche vor der Reise arbeiten.

Wir beginnen letzte Erledigungen zu machen: Wasserschuhe und Zip-Hosen für den Krümel werden gekauft. Die E-book-Reader werden mit Literatur für Klein und Groß gespeist, das alte Handy vom Krümel mit weiteren Hörspielen gefüttert (falls Benjamin Blümchen vielleicht doch mal langsam langweilig wird, gibt es nun Nachschub in Form von Bibi Blocksberg).

Es werden Einladungen für die Abschiedsfeier geschrieben und ein Menü ausgedacht, die letzten Frisör-und Zahnarztbesuche vor der Reise terminiert, auf der Arbeit die Übergaben der Klienten geplant und durchgeführt. Mit unseren Krankenkassen haben wir abgesprochen, von wann bis wann die Familienversicherung gilt und wann ich wieder selber versichert bin, entsprechende Anträge wurden ausgefüllt.

Bekannt werden wir auch noch: Und zwar wurden wir mit unserem Reisevorhaben schon in einem Stadtteilmagazin gewürdigt und es wird noch ein Interview in einer Tageszeitung folgen.

Wir lesen Reiseführer und dem Krümel entsprechende Kinderbücher über die Zielreiseländer vor.

Im Kindergarten haben wir das Mittagessen für die Zeit der Reise abbestellt und dafür gesorgt, dass die Abbuchungen eingestellt werden.

Der Krümel wurde ordnungsgemäß an einer Schule angemeldet und mit etwas Glück bekommt er auch noch einen persönlichen Kennenlern-Termin in einer Gruppe mit anderen zukünftigen Erstklässlern vor dem Abflug, ansonsten gibt es hinterher einen Sondertermin - so haben wir es mit dem Schulleiter abgesprochen.

Mittlerweile überlege bzw. plane ich schon, wann ich welche meiner Freundinnen das letzte Mal vorher sehen werde.

Immer öfter werde ich nun von den Eltern von Krümels Freunden gefragt, was diese ihm als Erinnerung mit auf die Reise geben können (mehr zu diesem Thema: hier).

Die letzten Impfungen beim Krümel-Papa und Krümel selbst stehen an.

Der Gefrierschrank ist leergefuttert und bereits abgetaut.

Dann überlegen wir plötzlich, ob wir evtl. mückendichte Kleidung bzw. Mückenschutzkleidung gegen die Sandflies in Neuseeland brauchen könnten? Nach reger Kommunikation mit Neuseelandreiseerfahrenen entscheiden wir uns dagegen, wollen es stattdessen mit einer Mischung aus Babyöl und Teebaumöl versuchen - ein Tipp, den mal jemand von einer Einheimischen bekommen hat.

 

Wir freuen uns noch kurzfristig einen "Untermieter" für unsere Wohnung gefunden zu haben. So ist die Versorgung der Pflanzen, die Leerung des Briefkastens, das Heizen im Winter garantiert und natürlich gibt es uns ein besseres Gefühl eine bewohnte Wohnung zurückzulassen.

 

Ja, so siehts aus.

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