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Die letzten Tage vor der Abreise

Die letzten Tage vor der Abreise

Unser Schlafzimmer erinnert zurzeit eher an ein Lager. Überall liegen Packwürfel, Taschen, Kleinigkeiten,die wir schon mal herausgelegt haben,weil wir sie nicht vergessen dürfen, herum.  Das Regal im Wohnzimmer dient als Sammelort für Dinge die ins Handgepäck sollen. In meinem Kopf rattert es nun immer öfter: Haben wir an alles gedacht oder doch irgendwas vergessen? Obwohl es ja schon fertige Packlisten gibt und wir die Klamotten eigentlich nur aus den Schränken ziehen müssten,mache ich mir doch immer wieder aufs neue Gedanken. Brauche ich dieses Teil wirklich oder kann es hierbleiben? Sollte ich jenes vielleicht doch noch einpacken?  Gedanklich gehe ich die Reise immer wieder durch. Müssen wir noch irgendetwas bedenken? Haben wir an alles gedacht?
Ihr merkt es: inzwischen bin auch ich richtig angekommen im Reisefieber und die Spannung steigt. Was wir auf die letzten Tage so gemacht haben, stelle ich im nachfolgend kurz dar. Und schon einmal vorweg: Ich würde behaupten, dass wir beide sehr organisierte Menschen sind,  in sämtlichen Tabellen haben wir alles, was die Reise betrifft festgehalten, um den Überblick zu behalten, seit Monaten recherchieren und lesen wir alles, was uns zu den Zielländern in die Hände kommt und doch habe ich gerade das Gefühl, dass es nicht genug war!??


SONNTAG: Wir haben eine wunderschöne Abschiedsfeier im Familienkreis mit leckerem Essen und vielen lieben Menschen.


MONTAG: Mein erster freier Tag im Sonderurlaub. Nur der Krümel hat noch Alltag und geht in den Kindergarten.  Ein komisches Gefühl, normalerweise bin ich unter der Woche nur zuhause, wenn ich krank bin. Denn Urlaub ist für uns gleich wegfahren.  Langeweile kommt trotzdem nicht auf, es geht gleich mit zwei unerwarteten Ereignissen los:

1. Mehr durch einen Zufall erfahren wir von einem deutschen Thailand-Auswanderer, dass man für Thailand einen ganz bestimmten Internationalen Führerschein benötigt, der "gewöhnliche" reicht nicht aus. Zunächst wird das beim Autoverleiher niemanden interessieren, aber im Falle eines Unfalls kann es entscheidend sein. Bis dato wussten wir nicht, dass es mehrere Internationale Führerscheine gibt, folglich sind wir bei unseren letzten Thailandaufenthalten mit dem falschen Dokument unterwegs gewesen - was auch kein Problem war. Aber wir wollen ja alles richtig machen,  also lassen wir uns noch schnell einen Termin in der Führerscheinstelle geben und die befreundete Sachbearbeiterin erfüllt uns auch sogleich unseren Wunsch.

2. Krümel-Papa stellt auch eher durch Zufall (nicht, dass man uns mal hätte per Mail informieren können) fest, dass sich die Flugzeiten für einen thailändischen Inlandsflug erheblich nach hinten geschoben haben.  Wir überlegen hin und her, ob wir einen ganz anderen Flug buchen für erhebliche Zusatzkosten, ein Hotel direkt am Flughafen buchen und erst am nächsten Tag zum eigentlichen Ziel fahren? Schlussendlich lassen wir es zunächst wie es ist. Weiß schließlich keiner, ob sich nicht noch einmal etwas ändert und entscheiden dann vor Ort relativ spontan, denn Inlandsflüge kann man relativ kurzfristig buchen.

Dann haben wir noch unsere Reiseunterlagen im Reisebüro abgeholt und ich habe bzgl. meines Sonderurlaubs und meiner damit verbundenen kurzfristigen Familienversicherung über meinen Mann noch einmal mit meiner Krankenkasse telefoniert.  Zum Abend hin hat Krümel mit seiner Mama sein Handgepäck gepackt.


DIENSTAG: Ich habe unsere Reiseapotheke gepackt. An dieser Stelle ein kurzer Hinweis: Da wir auch verschreibungspflichtige Medikamente (sowohl vorsichtshalber als auch aufgrund von Allergie) dabei haben, haben wir uns insbesondere für Neuseeland, wo es sehr strikte Einreisebestimmungen gibt, ein ärztliches Attest in mehreren Sprachen ausstellen lassen. Vordrucke dafür gibt es z.B. beim ADAC.

Und da ich weiterhin fleißig andere Reiseblogs lese, bin ich dann doch noch über eine Creme für Kinder gestolpert, die sich "stichfrei" nennt und in den höchsten Tönen gelobt wird. Also habe ich die auch noch schnell bestellt und auch schon erhalten. Nebenbei versuche ich noch Kooperationspartner für unseren Reiseblog zu finden.


MITTWOCH: Krümels Gepäck und das von seiner Mama wird gepackt. Wir putzen unsere Wanderschuhe damit der neuseeländische Zoll nicht soviel zu tun hat...NEIN, eher in der Hoffnung, dass wir dann schneller durch kommen. Als ich den Krümel vom Kindergarten abhole und sehe, dass er draußen im Garten ohne Jacke herumläuft, kriege ich bald zuviel. Wenn er jetzt noch krank wird...Dann haben wir einen längst überfälligen Termin beim Frisör und lassen uns noch einmal richtig die Mähnen abrasieren. Als ich Krümel noch einmal in seine Sandalen schlüpfen lasse, stellen wir fest, dass sie sehr knapp werden könnten, also nehmen wir lieber auch noch ein zweites, größeres Paar mit (dank SALE bei einem Onlineversand vor einigen Monaten sind wir bestens ausgestattet).

 

DONNERSTAG: Nun packt auch der Krümel-Papa seine Klamotten und wir schlussendlich dann unsere drei Taschen. Jede Tasche liegt bei ca. 15 kg. Und ich überlege schon wieder, ob ich nicht doch noch ein paar Klamotten hier lasse, schließlich werden wir auf den buntesten Märkten unterwegs sein und sicherlich die ein oder ander Hose finden.

In der Grundschule lassen wir uns noch einmal bestätigen, dass unser Krümel nach der Reise einen Sonder-Anmeldetermin bzw. persönliches Vorstellungsgespräch bekommen wird. Wir können also, was das betrifft, ganz beruhigt verreisen.

 

FREITAG: Noch einmal mit der Freundin frühstücken gehen. Banken anrufen und über die Reise informieren, damit diese sich nicht über merkwürdige Transaktionen im Ausland wundern und die Karten sperren. Die Nummern der Auslandskrankenversicherung unter Kontakten im Handy speichern. Das Auto beim Straßenverkehrsamt abmelden. Das herrlich klare Winterwetter in vollen Zügen genießen. Der Krümel feiert Abschied im Kindergarten und spielt dann noch den ganzen Nachmittag mit seinem besten Freund. Pommes mit Currywurst essen gehen. Abschiedstelefonate mit Freunden.

 

SAMSTAG: Die Spannung steigt von Stunde zu Stunde. Jetzt gerade sind es noch 23 Stunden und 15 Minuten bis zum Abflug. Badetag für alle. Die letzten Kleinigkeiten werden in die Taschen gepackt und dann letztendlich verschlossen. Brötchen werden geschmiert. Wäsche gemacht.  Dann brauchen wir noch einmal Bewegung und genießen das frostige und zugleich sonnige Wetter draußen. 

Die Mama von Krümels Freundin kommt vorbei, um ihm sein Abschiedsgeschenk zu überreichen und uns noch einmal alles Gute zu wünschen. Die Tochter ist leider krank geworden. Der Krümel ist ganz verlegen und mir fehlen mittlerweile, ehrlich gesagt, auch die Worte, wir sind so geflasht von all den lieben und herzlichen Grüßen, Wünschen, Abschiedsgeschenken, letzten Telefonaten und innigen Umarmungen, die von überall her kommen. Euch sei gesagt: Wir reisen um die Welt, aber wir sind nicht aus der Welt. In unseren Herzen nehmen wir euch alle mit.

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Kommentare: 1
  • #1

    UlliWally (Sonntag, 18 November 2018 21:44)

    Falls der Anschlußflug sich mal wieder verzögert:

    Take a dip in this rooftop pool. Located at Aerotel Airport Transit Hotel at Terminal 1, there's also a jacuzzi, poolside bar and shower facilities. Travellers are invited to relax and enjoy these facilities while waiting for their next flight.

    Cost per person: SGD17*

    Operating hours: 6 am - 12 mn daily

    * Guests of Aerotel Airport Transit Hotel can enjoy these facilities on a complimentary basis.

    Terminal 1

    Aerotal Airport Transit Hotel, Departure Hall, Level 3, Transit Hall ( near D Gates)

    Und viele großartige Erlebnisse.
    Ulli